Auszug aus der BNN vom 20.06.2026 - Wie gelingt es, Erinnerungen lebendig zu halten und zugleich Gemeinschaft zu fördern? Die Sozialstation Ettlingen setzt dabei auf einen digitalen Aktivitätstisch, der speziell für ältere Menschen entwickelt wurde.
Ein Fingertipp genügt, und schon startet ein Quiz oder ein Gedächtnisspiel. Gemeinsam wird in den Räumen der Kirchlichen Sozialstation Ettlingen geraten, gelacht und erzählt.
Erinnerungen werden geweckt, die Seniorinnen und Senioren der Tagespflege und der Betreuungsgruppen sind begeistert und verbringen viel Zeit am neuen digitalen Aktivitätstisch.
CareTable bietet mehr als 30 Apps für Senioren
Der sogenannte CareTable hat die Größe eines Flachbildfernsehers und kann auch mit einem überdimensionierten Tablet verglichen werden.
Und doch gibt es bedeutende Unterschiede: „Der Funktionsumfang ist außergewöhnlich – kaum ein anderes Gerät bietet so viele Möglichkeiten“, sagt Manuel Klevenz von der Sozialstation.
Das digitale Angebot ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Über 30 verschiedene Apps decken unterschiedliche Bereiche der Aktivierung ab. Kognitiv gibt es Rechenaufgaben, Wissensfragen, Bilderrätsel und Spiele, um geistig fit zu bleiben.
Senioren entdecken Erinnerungen an früher besuchte Städte per Google Maps
Ein weiteres Highlight sind Gymnastikübungen. Von Kopf bis Fuß können alle Körperteile aktiviert werden. Viele bekannte Brettspiele, wie „Mensch ärgere dich nicht“, können den sozialen Austausch fördern.
Und bei den Städtereisen erkennen die Betagten über Google Maps plötzlich wieder Orte, die sie vor Jahrzehnten besucht haben. „Da kommen Erinnerungen von Urlauben mit den Liebsten wieder hoch“, erzählt Sabine Mokrusch.
Ihre Kollegin Tamara Grab kommt auf die Vorteile für Demenzerkrankte zu sprechen: „Durch die einfache Bedienung kommen sie gut zurecht.“
Man sehe den Leuten am Gesichtsausdruck ihre Zufriedenheit an. Mit dem Multifunktionstisch lassen sich 20 Instrumente von Gitarre bis Schlagzeug spielen – selbst Karaoke wird gesungen.
CareTable soll Fachkräfte gezielt unterstützen
Rund 10.000 Euro hat die Anschaffung gekostet – finanziert wurde der CareTable mit Spenden und Fördermitteln. „Das Gerät soll keine Fachkräfte ersetzen, sondern sie unterstützen – und das auf einem hohen fachlichen Niveau“, erklärt Sabine Mokrusch.
Darüber hinaus sei keine große Vor- und Nachbereitung notwendig – quasi nach dem Motto „Einschalten und los geht’s“. Der CareTable werde nicht wie manch anderes Spiel oder Gerät irgendwann ausgedient haben und im Abstellraum landen, ist sich Manuel Klevenz sicher.
Denn die Aktivitäten seien nachhaltig – es gebe immer wieder Updates mit neuen Spielen und Anpassungen. „Das Gerät ist eine lohnenswerte Bereicherung für alle Seiten“, so Klevenz.
Senioren nehmen den CareTable gut an
Beim Blick in die Seniorenrunde gibt es viel Lob. „Da habe ich sofort mitgemacht. Das Angebot macht großen Spaß und ich kann meinen Geist in Schwung bringen“, meint Hildegard Leu.
Danach sei sie aufgeschlossener und aufgeweckter. Selbst Gäste, die eher zurückhaltend sind, nehmen den CareTable gut an.
Trotz fortgeschrittener Demenzerkrankung zeigt sich Günter Herm von den Angeboten angesprochen. „Man vergisst die Zeit und lacht wieder viel öfter miteinander“, fügt eine andere Seniorin hinzu.
Link zum original BNN-Artikel: Digitaler Aktivitätstisch begeistert Senioren: CareTable bringt Schwung in die Ettlinger Tagespflege
Ein Gerät, das motiviert: Hildegard Leu und Günter Herm (vorne sitzend) sind begeister vom CareTable. Tamara Grab (hinten links) und Sabine Mokrusch zeigen die Funktionen.
Foto: Stefan Lumpp
